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Warum sind wir Menschen gegeneinander? Nicht immer! Wir haben eine große Begabung für das Miteinander. Bei uns kann es mehr Miteinander geben als bei anderen Lebewesen. Als Volk und Völker verwirklichen wir ein millionenfaches Miteinander. Leider gibt es auch das bei uns Menschen: viel Gegeneinander, zu viel Gegeneinander, organisiertes Gegeneinander mit der Beteiligung von Millionen, mit viel Zerstörung und Vernichtung. Dieses Gegeneinader ist eine Hauptursache von viel Unglück, Leid und Elend durch unsere ganze Weltgeschichte hindurch bis hinein in das Weltgeschehen unserer Zeit. Wir Menschen werden auch arm an Lebensfreude und an Lebensmöglichkeiten durch zu viel unnötiges Gegeneinander im Kleinen - im Umfeld, in den Beziehungen, sogar in Familien. Dadurch geht viel Lebensfreude unter, dadurch verringern sich viele Lebensmöglichkeiten.

Zu keiner anderen Zeit konnten bisher so viele Menschen das alles lernen, was jetzt möglich ist. Lernen wir auch für das Miteinander mehr als früher? Gehört die sorgfältige Bildung für das Miteinander jetzt schon zur Allgemeinbildung? Oder ist das noch zu wenig bekannt und anerkannt, dass wir menschliches, humanes Miteinander lernen können und müssen. Warum müssen? Ohne die Bildung für das humane Miteinander geraten wir immer wieder in das Gegeneinander. Auch das organisierte millionenfache Gegeneinander der Weltgeschichte war verursacht durch den Mangel an Bildung für das humane Miteinander. Manches schreckliche Ereignis, manches Versagen, manches Scheitern führt zu Hilferufen über die Bildungsnot. Diese Ursache von viel Unglück bei uns Menschen könnte schon längst ausreichend erkannt und anerkannt sein: der Mangel an Bildung für das humane Miteinander.

Gibt es für uns überhaupt eine Befreiung vom Gegeneinander? Manche meinen das wäre eben unsere Natur? Soll das bei unserer Intelligenz, bei unseren guten Begabungen einfach als unsere Natur hingenommen werden: dieses viele Unglück des Gegeneinanders, diese viele Verhinderung und Vernichtung von Lebensfreude und Lebensmöglichkeiten durch das Gegeneinander, zumal durch das organisierte Massengegeneinander? Kann es mit uns unvollkommenen Menschen ein perfektes Miteinander geben? Wahrscheinlich nicht. Aber mehr humanes Miteinander können wir lernen und verwirklichen. Dann wird vieles freundlicher und friedlicher bei uns. Wir sollten mehr humanes Miteinander lernen, damit viele Verwirrungen, viel Leid und viel Traurigkeit durch unnötiges Gegeneinander nicht entstehen. Aber welches Gegeneinander ist unnötig? Vieles Gegeneinander ist unnötig. Vielleicht bleibt ein Rest beinahe unvermeidlich. Aber bei unserer Intelligenz könnte es ein kleiner Rest sein. Und wir sollten das unvermeidliche Gegeneinander nicht für rechthaberische Selbstbehauptung in Anspruch nehmen. In der allgemeinen Bildung für mehr Miteinander müssen wir lernen, selbstkritisch wachsam zu sein mit unserer eigenen egozentrischen Natur. Wenn wir davon nichts wissen wollen, übersehen wir bei uns selbst eine Hauptursache des Gegeneinanders.

Reif und erwachsen werden wir, wenn wir den allgemeinen egozentrischen Naturzustand erkennen und bejahen und selbstkritisch damit leben. Und was wird dann aus unserem Selbstbewusstsein? Statt des naturhaften egozentrischen Selbstbewusstseins gibt es für uns durch humane Bildung das humane Selbstbewusstsein. Mit dem humanen Selbstbewusstsein sind wir gut ausgestattet für das Bemühen um die Befreiung vom Gegeneinander, für das Bemühen um mehr Miteinander. Und warum sollen wir uns darum bemühen? Um keine Wilden zu werden, um Menschen zu sein!