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Jetzt können viele Menschen reich werden. Früher gab es diese Chance nur für einige wenige und dazu meist nur in bestimmten Schichten. "Miteinander reich werden" wurde inzwischen zu einem Programm, das in der Gegenwart und in naher Zukunft verwirklicht soll in einem Land mit einer Bevölkerung von über einer Milliarde Menschen. Dort geschieht auch einiges dafür. Vermutlich ist mit "reich werden" , also "miteinander reich werden", der allgemeine Wohlstand gemeint. Im 20. Jahrhundert wurde allgemeiner Wohlstand schon für viele verwirklicht, allgemein für das Volk, sogar für Völker verwirklicht, dass dadurch die Hoffnung begründet ist, so oder ähnlich könnte es auch für andere Völker werden. Die menschenfreundliche Politik für allgemeinen Wohlstand wird schon in einigen Ländern verwirklicht. Anscheinend breitet sich die begründete Hoffnung auf allgemeinen Wohlstand mehr und mehr aus. Geht es dabei nur um sozialen Wohlstand.

Für den geistigen Wohlstand gibt es die günstige Voraussetzung der allgemeinen Lernfähigkeit. Sind die Menschen auch lernwillig? Viele werden lernwillig sein bei Lernangeboten, die zur Lernfähigkeit ermutigen. Das interessante jetzige Wissen könnte mit interessanten Lernangeboten und mit der allgemeinen Lernfähigkeit verbreiteten geistigen Fortschritt bewirken. War es auch bisher so: Die Basis für Fortschritt im allgemeinen Wohlstand ist Fortschritt beim Lernen, also geistiger Fortschritt?! Warum? Je mehr wir wissen, desto mehr gelingt uns. Schon kleinere Erfolge beim allgemeinen Lernen - etwa gerade nur Lesen, Schreiben, Rechnen - bewirkten bei einem ganzen Volk eine sozialen Vorsprung. Nach und nach ergab sich die vordringliche Richtung für produktives Wissen und auch so etwas wie eine Jagd nach produktivem Wissen. Lernen als Bildung wird oft vor allem als Berufsbildung, als Bildung für den Wettbewerb verstanden. Es ist uns vieles mit dieser Bildung gelungen. Wären wir überrascht, wenn jemand zu dieser Ansicht käme: Jetzt haben wir genug produktives Wissen, wir brauchen nicht immer mehr produktives Wissen für immer mehr Wettbewerb. Aber der Wettbewerb darf doch nicht zu kurz kommen, weil dann die Wirtschaft zu kurz kommt. Vor allem sollten doch die Menschen nicht zu kurz kommen: in der Politik, in der Wirtschaft, in der Bildung und auch in der Religion. Welche Bedeutung hat die Religion in diesem Zusammenhang? Wenn die Menschen sogar in der Religion zu kurz kommen können, dabei also in ihrem geistigen Leben zu kurz kommen, dann sollte man wachsam sein, wo sonst geistiger Reichtum behindert oder verhindert wird.

Die armen Völker können bei uns viel für ihren Wohlstand lernen. Ihr Ziel "miteinander reich werden" haben wir sehr unvollkommen erreicht. Im geistigen Reichtum sind wir in mancher Hinsicht nicht viel weiter als die armen Völker. Auch in unserem Wohlstand gibt es noch viel Armut, sogar soziale Armut. Wir hatten günstige Gelegenheiten einiges zu lernen und viel zu lernen. Damit ist uns auch vieles gelungen. Bei unserem vielen Lernen, in unserem vielen Wissen müsste es einen Lernerfolg mehr geben: "Miteinander reich werden, geistig reich werden"! Geistige, humane Armut ist anscheinend bei uns deshalb noch so verbreitet, weil wir zu wenig Orientierungswissen gelernt haben, weil wir zu wenig für den Reichtum des geistigen Lebens, für den Reichtum des humanen Lebens gelernt haben. "Mehr Wissen" als produktives Wissen - dadurch wurde die Menschenwelt ausgestattet mit interessantem technischem Fortschritt, mit dem allgemeinen Lebensstandard des Wohlstandes.

Für geistigen Wohlstand brauchen wir auch mehr Wissen, mehr humanes Orientierungswissen. Gibt es auch in den Ländern des Wohlstandes Armut an Orientierungswissen? Das ist doch ein aussichtsreiches und hoffnungsvolles Programm für unsere Bildung: humane Orientierung zu lernen? Von der Religion, von der Philosophie, von der Pädagogik, von der Psychologie müsste es bei all dem angewachsenen Wissen schon längst das Basiswissen für die humane Orientierung geben, das alle erreichen sollte, weil es überzeugend ist für alle und weil es so angeboten wird, dass es alle lernen können.