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Wo gibt es die Glaubensfreude im schönen und großen Glauben? Etwa im Glauben für alle? Aber anscheinend sind wir von einem Glauben für alle noch weit entfernt. Eigentlich haben wir nach den geschichtlichen Katastrophen des 20. Jahrhunderts gehofft, dass wir mehr und mehr zusammengehören und zusammenhalten werden. Die Chance für eine wirksame Entwicklung der Einheit bei uns Menschen dürfte doch in der Religion, im Glauben eine begründete Hoffnung sein? Was könnte gerade in der Religion, im Glauben so wirksam sein für die Einheit bei uns Menschen? Dieses Ziel "die Einheit bei uns Menschen" wird so bis jetzt ohnehin selten genannt. Aber Bemühungen auf dieses Ziel hin gibt es immer mehr. Auch in der Religion, zumal in den Bemühungen um die Einheit der Christen. Dafür ist es auch höchste Zeit - gerade für die Einheit der Christen? Und warum? Weil es schon vor zweitausend Jahren diesen schönen und großen neuen Anfang des christlichen Glaubens in unserer Geschichte gab.

Und wie war unsere Geschichte in den zweitausend Jahren nach dem schönen und großen neuen Anfang? Manchmal - leider sogar oft - genauso schrecklich wie vorher: Bei den Völkern gab es auf der reichen und schönen Erde viel Armut. Und bei den Wenigen gegen die Vielen wurde die alte Geschichte fortgesetzt im Luxus der Darstellung von Macht, in der Verschwendung der Güter, die mit täglicher Mühsal im ärmlichen Leben der Geschundenen und Geplagten herbeigeschuftet wurden, im fortgesetzten organisierten Gegeneinander, in Machtkämpfen, die ein Historiker "Sport" der Herrschenden nannte. Aber alles das ist doch schon lange her! Gab es davon noch einiges oder vieles auch im 20.Jahrhundert? Und heute? Der Anfang vor zweitausend Jahren kam vom Himmel, so glauben wir. Bald wurde dieser neue Anfang beinahe überall auf der Erde verkündet und das geschieht bis heute. Viele haben sich dafür abgemüht und ihr Leben dafür eingesetzt.

Vom Himmel wurde die Fülle des Lebens für uns in die reiche und schöne Erde hineingegeben. Zur Gestaltung der reichen und schönen Erde als freundliche und friedliche Heimat für uns alle wurden wir vom Himmel mit der reichen Begabung ausgestattet, durch die wir jetzt sogar mit den Wunderwerken des technischen Fortschritts bereichert werden. Dabei erleben viele von uns Lernfreude, Lebensfreude! Und auch Glaubensfreude?? Dort, wo wir mit unserer Begabung die Wunderwerke der Technik lernen und hervorbringen, sind viele mit Lernfreude beteiligt, weil es schön ist, das zu erleben. Welch schöne, große Lebensfreude erfahren die Generationen unserer Zeit bei der Anwendung und Aneignung dieser Wunderwerke der Technik, die für ganze Völker schon Alltag geworden sind. Es wird viel über Lebensfreude und Lernfreude nachgedacht, weil viele oder fast alle davon erfreut werden können. Und Glaubensfreude? Wen interessiert das? Lebensfreude, Lernfreude - das kommt bei modernen Menschen an. Aber Glaubensfreude - ist das etwa ein unbekanntes oder gar uninteressantes Thema? Anscheinend brauchen wir für Lebensfreude mehr als Wohlstand. Das zeigt sich daran, wie es vielen im Wohlstand innerlich und miteinander ergeht. Genügt dies für die Lernfreude, dass wir günstige Lernmöglichkeiten und Lernangebote haben? Warum gibt es im Reichtum des Lernens so viel Lernmüdigkeit?

Werden wir den Weg finden, der uns vom alten Gegeneinander befreit für die Einheit miteinander, der uns befreit von Überhöhung menschlicher Geltung, befreit für die Glaubensfreude im schönen und großen Glauben? Ist das die Barriere: das alte Gegeneinander, die Überhöhung menschlicher Geltung? Vor zweitausend Jahren kam in das alte Gegeneinander der Frieden vom Himmel auf die reiche und schöne Erde als Weg für alle, und in unsere Weltgeschichte der Überhöhung menschlicher Geltung kam vom Himmel der neue Anfang mit der Erniedrigung am Kreuz. In der Besinnung kann der neue Anfang auch heute noch ergreifend sein - und zur Glaubensfreude werden.