VORWORT

Ist das ein neuer Stil, eine neue Methode? Vielleicht wird es das! Irgendwie muss es doch allgemein möglich sein, die Informationsflut, die Literaturflut zu bewältigen. Oft werden schon mit der Aufgabenstellung die Lernenden verpflichtet viele Seiten zu schreiben. Warum wagt man selten oder gar nicht diesen Stil, diese Methode: Für ein Thema eine Seite! Erfolgreiches Lernen verläuft oft so: Weniger ist mehr! Eigentlich geht auch sonst erfolgreiches Wirken so: Jeder weite Weg wird bewältigt in kürzeren Wegstrecken, aus großen Lasten werden kleinere Traglasten. Was zu schwer ist, wird leichter gemacht. Fortschritte und Erfolge in der Erkenntnis und beim Lernen gibt es dann, wenn das, was zu kompliziert und zu umfangreich ist, einfacher und übersichtlicher (kürzer!) wird. Zur Begründung und zu den Aussichten dieses Stils und dieser Methode könnte jetzt noch vieles wiederholt und gesagt werden. Wir wagen hier einen Zusammenklang auf einer Seite zu den vielen Seiten der HUMANEN BILDUNG.

Warum brauchen wir Menschen Bildung? Weil wir sonst in unserem Naturzustand bleiben. Bei uns Menschen reicht der Naturzustand nicht aus, um unser Leben als erwachsene, reife Menschen zu verwirklichen. In unserer großen und reichen allgemeinen Begabung sind viele Anlagen (Dispositionen!), die sich durch Lernen zu Fähigkeiten entwickeln. Damit können wir vieles in der Welt gestalten, umgestalten, vieles auch verderben und vernichten. Die Entwicklung unserer Fähigkeiten geschieht durch Lernen, durch Bildung. Damit wir mit der Macht unserer Fähigkeiten Gutes und Schönes gestalten und nicht verderben und vernichten, müssen unsere Fähigkeiten human gebildet werden. Bei allen Lebewesen gibt es die elementare Anlage für die Selbsterhaltung und für die Erhaltung der Art. Das ist anscheinend ein sehr intelligentes und sehr wirksames Grundprinzip allen Lebens auf der Erde. Damit verwirklichen viele Lebewesen ihr ganzes Leben. Darüber können wir viel lernen und viel staunen, wie erfolgreich so die Verwirklichung des Lebens gelingt. Wir Menschen sind biologisch auch für die Selbsterhaltung und die Erhaltung der Art ausgestattet. Vorläufig nennen wir das unseren allgemeinen egozentrischen Naturzustand. Für uns selbst wäre eine sympathischere Bezeichnung angenehmer. Bei den anderen finden wir das eher treffend mit dem egozentrischen Naturzustand. Aber das ist doch bei anderen und bei uns selbst eine wirksame biologische Ausstattung und zunächst kein moralischer Zustand.

Wenn wir Menschen vorwiegend im egozentrischen Naturzustand bleiben, dann ist unsere Leben mangelhaft entwickelt. Kommen von daher die unterentwickelten Zustände bei uns Menschen: soziales Elend, politisches Elend, pädagogisches Elend, Familienelend, psychisches Elend, religiöses Elend? Je mehr der egozentrische Naturzustand unser überwiegender Lebensinhalt und die vorherrschende Lebensverwirklichung bleibt, desto mehr werden wir auf bloßes Existieren reduziert. Durch Lernen entwickelt sich unsere Begabung, auch unsere humane Begabung. Unser Glück finden wir mehr im geistigen Reichtum als in oberflächlichen Vorteilen, also mehr durch Lernen, durch Bildung als wenn wir immer mehr haben, immer mehr gelten. Humanes Leben lernen, geistiges Leben das brauchen wir für die ganze Entwicklung unserer reichen Begabung. HUMANE BILDUNG ist kein Luxus, das ist ein Menschenrecht für alle, das ist Lebensfreude für alle. Kann sich diese Hoffnung erfüllen: Nach und nach wird mehr und mehr erkannt und bewusst, dass es Lebensfreude für alle, die meiste Lebensfreude geben kann durch humanes Leben?

Wo, wie, wann und mit wem? Auf der reichen und schönen Erde, mit unserer reichen Begabung, mit dem wunderbaren Leben in uns, mit den Wundern der großen Wirklichkeit, mit den Wundern der Natur, mit den Wundern der Technik, mit unserer großen Intelligenz, jetzt - wo wir so viel lernen können, jetzt - wo es für alle den Start für die HUMANE BILDUNG gibt, jetzt kann es das geben. Darin ist doch viel Hoffnung, begründete Hoffung, beglückende Hoffnung! Und mit der ganz großen Hoffnung kann uns viel gelingen: Uns ist gemeinsam so viel Reichtum gegeben, die reiche und schöne Erde, unsere große und reiche Begabung, so viele Wunder als große Wirklichkeit und dazu noch der Weg zum großen Gott, zum Himmel. Diese Hoffnung bleibt uns: Der große Gott, der Himmel hat so viel bei uns hineingegeben; so ist der große Gott, der Himmel bei uns da, dass wir mit unserer Begabung Lernfreude und miteinander und mit vielem Lebensfreude haben können.


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